Mit Hightech und Handwerk zum Rundumsorglospaket aus Rathenow - Brandenburger Optik-Tag am 10.07.2017

10.08.2017

Am 10.07.2017 fand in Rathenow - dem Traditionsstandort der augenoptischen Industrie - der  Brandenburger Optik-Tag statt. Brandenburger und Berliner Vertreter des Clusters Optik und Photonik aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik nutzten die ganztägige Veranstaltung, um sich zu vernetzen und fachlich auszutauschen. Dafür öffneten die Rathenower Optik GmbH (Fielmann AG), die MOM Mechanisch-Optischen-Metallverarbeitungs GmbH sowie die Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH ihre Tore und stellten ihre Kompetenzen vor. Die Teilnehmer bekamen die Möglichkeit während der drei Produktionsrundgänge in den direkten Austausch mit den Unternehmen zu treten und gemeinsame Themen zu identifizieren. Ein verbindendes Thema war der neue dualen Studiengang "Augenoptik/ Optische Gerätetechnik" an der Technischen Hochschule Brandenburg, der gemeinsam mit der Augenoptiker- und Optometristen-Innung des Landes Brandenburg (AOI) entwickelt wurde.

Mit Schnelligkeit und vielseitigen Veredlungsschritten zum klaren Durchblick: Im Werk werden Brillengläser gefertigt, die in der Randschleiferei mit der bestellten Fassung zur fertigen Brille zusammengefügt werden. /  © S. Drosch

Der Tag begann für die Clusterakteure aus Brandenburg und Berlin mit dem Unternehmensbesuch bei der Rathenower Optik GmbH, die Anfang der neunziger Jahre von der Fielmann AG übernommen wurde.  Mittlerweile zählt das Unternehmen zu einem der größten Arbeitgeber der Region.  Michael Ferley und Harry Bräuer, die Geschäftsführer der Rathenower Optik GmbH, gaben einen Überblick zu den Zahlen und Fakten der wirtschaftlichen Entwicklung am Standort.  Sie informierten, dass mit derzeit knapp 1.000 Mitarbeiter pro Tag ca. 19.500 Gläser gefertigt und 15.000 Aufträge im Bereich der Brillenfertigung bearbeitet werden. Durch automatisierte Arbeitsabläufe und eine ausgeklügelte Logistik hält der Kunde nur einen Tag nach der Bestellung die fertige Brille in seinen Händen. Unter den Gästen befand sich auch Brandenburgs Wirtschaftsminister  Albrecht Gerber, der sich beeindruckt von der Geschwindigkeit der Brillenproduktion zeigte.

Mathias und Wolfgang Schröder präsentierten als zweites Unternehmen ihre MOM Mechanisch-Optischen-Metallverarbeitungs GmbH. Das Unternehmen wurde 1999 von Wolfgang Schröder gegründet und ist seit 2014 in der Hand seines Sohns Mathias Schröder. Über die Jahre hat sich die MOM GmbH auf die Entwicklung und Produktion moderner Brillengestelle aus Titan spezialisiert. Zudem konnten sie sich mit einer eigens entworfenen Fassungskollektion (schlichtes Design trifft hohen Tragekomfort) unter dem Label „Grafix“ einen internationalen Ruf erarbeiten. Neben der Fertigung von Brillengestellen bietet das Unternehmen ihr Know-How auf dem Gebiet der Metallverarbeitung und Feinmechanik auch Drittkunden an.

Dass nicht nur Brillengläser und -gestelle in der Stadt der Optik gefertigt werden, zeigte der Besuch bei der Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH. Das Unternehmen wurde 1995 von Herrn und Frau Lautenschläger gegründet und entwickelt für Kunden aus der Medizin und Industrie innovative Mikroskope sowie feinmechanische Geräte. Das kleine Unternehmen mit acht Mitarbeitern wurde im März 2017 vom gebürtigen Potsdamer Volkswirt, Tilo Happich, übernommen. Er präsentierte die Geschichte des Unternehmens, führte durch alle Arbeitsbereiche und berichtete von seinem Engagement für die Stadt Rathenow. Durch die Etablierung digitaler Prozesse möchte Tilo Happich das Unternehmen fit für die Zukunft machen.

Wolfgang und Mathias Schröder zeigten jeden Arbeitsschritt zur Fertigung eines Titan-Brillengestells. Dabei fielen den Teilnehmern die moderne Lasertechnik und Fräsen ins Auge, die u.a. zur Beschriftung der Brillengestelle eingesetzt werden./  © S. Drosch

In zwei Minuten Fußweg von der Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH entfernt endete der Brandenburger Optik-Tag mit dem Besuch der Augenoptiker- und Optometristen-Innung des Landes Brandenburg (AOI). Gunther Schmidt und Christoph Koltermann hoben die Bedeutung gut ausgebildeter Nachwuchskräfte aus den Bereichen Augenoptik, Optometrie und Ophthalmologie hervor. Sie erläuterten die Aufgaben der AOI sowie ihre Zusammenarbeit mit der TH Brandenburg bei der Initiierung und Durchführung des neuen dualen Studiengangs Augenoptik/Optische Gerätetechnik.

Die Teilnehmer des Brandenburger Optik-Tags zeigten sich mit dem abwechslungsreichen Programm sehr zufrieden. Eifrig nutzen sie die Gelegenheit zur Vernetzung und zur Intensivierung ihrer Kontakte. So warben die beiden neuberufenen Professoren der TH Brandenburg für eine intensive Zusammenarbeit und diskutierten mit den Unternehmern, bei welchen Fragestellungen der neue Studiengang unterstützen kann. Zukünftig soll insbesondere mit der MOM Mechanisch-Optischen-Metallverarbeitungs GmbH und der Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH die Zusammenarbeit intensiviert werden.

Demonstration der Funktionsweise der modernen Geräte zur Diagnose von Augenerkrankungen an einer Teilnehmerin. Das Erlernen von Methoden und das Durchführen von Messungen am Auge gehören zur Ausbildung der Studierenden des dualen Studiengangs./  © S. Drosch

Den Artikel schrieben Stephanie Drosch und Dr. Anne Techen.