Bertha-Benz-Preis 2018 an IHP-Wissenschaftlerin verliehen

15.06.2018

Dr. Despoina Petousi erhält Auszeichnung für ihre Doktorarbeit im Bereich Siliziumphotonik

Pressemitteilung vom 14.06.2018

Frankfurt (Oder). Im Rahmen der Bertha-Benz-Vorlesung an der SRH Hochschule Heidelberg wurde heute der diesjährige Bertha-Benz-Preis für junge Ingenieurinnen an Dr. Despoina Petousi verliehen. Die gebürtige Griechin wird damit für ihre Dissertation „Analysis of Integrated Silicon Depletion-Type Mach-Zehnder Modulators for Advanced Modulation Formats ausgezeichnet. Die Arbeit entstand im Joint Lab des IHP ‒ Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik mit der TU Berlin und stellt eine Verbindung der beiden Welten von Silizium und Photonik dar, so Prof. Dr. Klaus Pertermann, Leiter des Fachgebiets Hochfrequenztechnik-Photonik an der TU Berlin.

Unsere Informations- und Kommunikationsgesellschaft basiert wesentlich auf der Leistungsfähigkeit von Licht-Trägerwellen in optischen Glasfasernetzen. Optische Technologien sind bereits jetzt das Maß aller Dinge, stehen allerdings hinter ihren Möglichkeiten zurück. Dies liegt in dem Umstand begründet, dass die heutigen Materialsysteme der Halbleiterlaser, Modulatoren und Detektoren nicht umfassend kompatibel mit dem Standardmaterial Silizium sind, das für elektronische integrierte Schaltungen verwendet wird. Für Einzelkomponenten wie z. B. Modulatoren wurden mit Nischenmaterialien beachtliche Kenndaten erzielt. Diese Modulatoren fallen allerdings zu groß und zu teuer aus und erweisen sich als nicht kompatibel für eine Siliziumintegration. Indem sich Frau Petousi in ihrer Forschungsarbeit als Randbedingung eine niedrige Steuerspannung setzte, gelang ihr die Integration dieses Modulators mit einer Treiberschaltung in Silizium. So konnten sowohl sehr hohe Bit-Raten und hohe Modulationshübe als auch eine kleine Bauweise und ein geringer Stromverbrauch erzielt werden.

„Mein Projekt hat mit der Entwicklung von siliziumphotonischen Modulatoren zu tun. Der Modulator ist das Gerät, das die Information des elektrischen Signals an das Licht weitergibt. Es ist eine entscheidende Komponente für eine Vielzahl von Anwendungen wie Telekommunikation, Biosensoren, Raumfahrt und maschinelles Lernen. Während meiner Promotion konzentrierte ich mich hauptsächlich auf Telekommunikationsanwendungen, da immer mehr Geschwindigkeit und kostengünstige Telekommunikation benötigt werden. Die Entwicklung schneller Modulatoren auf Silizium, die in die Elektronik integriert sind, kann spannende Möglichkeiten für zukünftige Telekommunikationssysteme eröffnen“, so Frau Petousi.Wenn zukünftig der Halbleiterlaser etwa durch III/VHalbleiter Quantenpunkte auch noch in Silizium integriert wird, so vermag nicht zuletzt durch die Arbeit von Frau Petousi die enorme Bandbreite des Lichts wesentlich besser genutzt werden. Infolgedessen stünden wesentlich schnellere und günstigere Informations- und Kommunikationsdienste zur Verfügung, was sowohl für die Gesellschaft als auch die industrielle Anwendung von großer Bedeutung wäre. „Die komplexe Mischung aus der physikalischen Simulation, den Experimenten zur Verifizierung dieser Simulation und der schließlichen Realisierung in Bauelementen, ist eine enorme Leistung von Frau Petousi, mit der sie über Grenzen gegangen ist und daher zu Recht ausgezeichnet wurde“, so Prof. Dr. Lars Zimmermann, Leiter der Gruppe Siliziumphotonik am IHP.

Mit dem Bertha-Benz-Preis zeichnet die Gottlieb Daimler- und Karl Benz-Stiftung jährlich eine junge Ingenieurin aus, die in ihrem Fach eine hervorragende Dissertation geschrieben hat. Mit der Vergabe des Bertha-Benz-Preises möchte die Stiftung Ingenieurinnen in ihrer Berufswahl bestärken. Der Preis ist mit 10.000 € dotiert, mit dem Preisgeld will sich Frau Petousi den langgehegten Traum einer Reise nach Afrika oder Lateinamerika erfüllen. „Ich glaube, dass dieser Preis eine großartige Gelegenheit ist, diesen Traum wahr werden zu lassen.“

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