7,4 Millionen Euro aus dem EFRE-Fonds: HZB baut neues Anwendungslabor für die Entwicklung supraleitender Beschleunigerkomponenten auf

12.01.2017

Pressemitteilung

Das Anwendungslabor SupraLab @HZB wird mit Mitteln aus dem EFRE-Fonds gefördert. Vertikal-Teststand für supraleitende Kavitäten im SupraLab @HZB. Die Forscherinnen und Forscher wollen im neuen Anwendungslabor nicht nur Kavitäten, sondern auch einbaufähige Module entwickeln. Das Helmholtz-Zentrum Berlin erhält 7,4 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE). Mit dem Geld wird das Anwendungslabor „SupraLab @HZB“ zur Weiterentwicklung von supraleitenden Hochstrom-Kavitäten aufgebaut. Solche Komponenten werden für den Betrieb von neuartigen, leistungsfähigen Synchrotronquellen der nächsten Generation benötigt. Das Labor wird auch komplexe Testvorrichtungen für supraleitende Komponenten bereitstellen, die Unternehmen und Forschungsinstitute der Region nutzen können.

Vertikal-Teststand für supraleitende Kavitäten im SupraLab @HZB. Die Forscherinnen und Forscher wollen im neuen Anwendungslabor nicht nur Kavitäten, sondern auch einbaufähige Module entwickeln.

 

Das Anwendungslabor SupraLab @HZB wird mit Mitteln aus dem EFRE-Fonds gefördert.

„Wir freuen uns sehr über die Förderung aus dem EFRE-Fonds und danken insbesondere dem Land Berlin für die Unterstützung unseres Antrags. Mit dem SupraLab @HZB werden wir Meilensteine in der Entwicklung einer zukunftsweisenden Beschleunigertechnologie erreichen. Der Aufbau des Applikationslabors schafft Know-how für zukünftige Beschleuniger und neuartige Lichtquellen. Die Entwicklung dieser Schlüsseltechnologie bietet für den Forschungs- und Industriestandort Berlin auch wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten“, sagt Prof. Dr. Anke Kaysser-Pyzalla, wissenschaftliche Geschäftsführerin des HZB.   

Beim Aufbau des neuen Applikationslabors bringt das HZB seine international anerkannte Expertise bei der Entwicklung von Dauerstrich (CW, continuous wave)-supraleitenden Beschleuniger­komponenten ein. „Der Vorteil dieser CW-supraleitenden Kavitäten ist, dass ein sehr hohes Beschleunigungsfeld dauerhaft anliegt und gleichzeitig die Freiheit besteht, die Geometrie für Hochstrombetrieb zu optimieren. Dadurch kann nicht nur ein hoher Elektronenstrom beschleunigt werden, sondern auch die Zeitstruktur (Pulsfolge) des Stroms ist nahezu frei wählbar. Mit der EFRE-Förderung haben wir nun die Möglichkeit, diese Technologie substanziell weiterzuentwickeln, bis sie in Lichtquellen einsatzfähig ist“, sagt Prof. Dr. Jens Knobloch, Leiter des HZB-Instituts „SRF-Wissenschaft und Technologie“ (ISRF), das die wissenschaftlich-technische Leitung für das SupraLab übernommen hat.

Diese Technologie wollen die HZB-Forscherinnen und Forscher beim Ausbau von BESSY II zu einem variablen Pulslängenspeicherring BESSY VSR nutzen. Erstmalig sollen dabei supraleitende Hochstrom-Kavitäten eingesetzt werden, um gleichzeitig lange und sehr kurze Elektronenpulse (im Bereich von einer Pikosekunde) von hoher Brillanz in einem Speicherring zu erzeugen. Von der flexibel wählbaren Pulslänge werden viele Forschungsfragen profitieren. So lassen sich etwa Materialien für die Energieumwandlung oder für die künftige energieeffizientere Datenspeicherung (Spintronik) umfassender als bisher untersuchen und weiterentwickeln.

Im SupraLab @HZB wollen die Forscherinnen und Forscher nicht nur die Kavitäten, sondern komplette, einbaufähige Module entwickeln und qualifizieren. Die Entwicklung dieser supraleitenden Module ist jedoch mit einem erheblichen technischen Aufwand verbunden. Deshalb wird im SupraLab @HZB eine komplexe Infrastruktur zum Testen der Kavitäten und Systeme aufgebaut. Unter anderem sind Investitionen in die Kryo-Anlage und in Hochfrequenzsendeanlagen geplant. Nach Fertigstellung soll das Applikationslabor den Technologietransfer und die Zusammenarbeit mit regionalen und nationalen Unternehmen nachhaltig fördern.

Das Projekt wird seit 1. Januar 2017 aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und läuft bis Ende 2019. Das Helmholtz-Zentrum Berlin trägt einen Eigenanteil in gleicher Höhe.

Kontakt:

Prof. Dr. Jens Knobloch
Tel: +49 (0)30-8062-14883
E-Mail: jens.knobloch@helmholtz-berlin.de
 
Pressestelle Helmholtz-Zentrum Berlin
Dr. Ina Helms
Tel.: +49 (0)30-8062-42034
E-Mail: ina.helms@helmholtz-berlin.de

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Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie GmbH

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Branche
Außeruniversitäre Forschung, Forschung und Entwicklung, Synchrotronstrahltechnik, Wissenschaftliche Einrichtungen

Schwerpunkte
Als eines von 16 Zentren der Helmholtz-Gemeinschaft betreibt das HZB Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung auf Gebieten der exakten Naturwissen-schaften, insbesondere auf dem Gebiet der kondensierten Materie. Arbeitsschwerpunkte sind die Strukturforschung zur Aufklärung des Aufbaus der Materie sowie die Solar-Energieforschung, die Prozesse und Materialien zur Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische oder chemische Energie untersucht. Das Helmholtz-Zentrum Berlin betreibt zwei wissenschaftliche Großgeräte: den Forschungsreaktor BER II (für Experimente mit Neutronen) und den Elektronenspeicherring BESSY II, der hochbrillante Synchrotronstrahlung (vom Terahertz- bis in den Röntgenbereich) erzeugt. Wichtige Forschungsfelder sind Magnetismus, Supraleitung und Solarenergie.

Technologiefelder
Photonik und Optik, Photovoltaik